Music in Motion: Musikalische Mobilitäten zwischen Frankreich und Deutschland am Beispiel von Musikfilmen der 1940er und 1950er Jahre.
Vektor-Karte von Marseille

Das Projekt greift die verschiedenen Formen der Musikmigration zwischen Frankreich und Deutschland (ab 1940) als dynamisches Phänomen der Musikgeschichte im 20. Jahrhundert auf.
Die Anerkennung von Kultur als Prozess (und nicht als Zustand oder Objekt) führt zur Analyse verschiedener Dimensionen von Migration, die in der Studie wie folgt diskutiert werden:
Die Mobilität von
(1) Individuen (Komponisten, Interpreten, Musikkritiker und -journalisten, Agenten, Produzenten, Mäzenen und Verlegern), Netzwerken und Institutionen und
(2) Medien (Film, Radio, Musikkritik)
wird erörtert unter Berücksichtigung von (migrierten)
a) Gesellschaftskonzepten (Populismus, Elitismus, Kollektivismus)
b) Ästhetik (Rezeptionskategorien, musikalischer Kanon, ästhetische Lemmata)
c) Räumlichen Kontexten (private Räume, Konzertsäle, Kinos, Theater).
Auf diese Weise werden Dynamisierungsprozesse (Personal- und Kulturmigration; ästhetische Transformation) sichtbar und beschreibbar gemacht und die ästhetischen Phänomene im Kontext ihrer sozialen Bezugssysteme erfasst.
Mit der Fokussierung auf Musikfilme der 1940er-1950er Jahre steht zudem ein Desiderat der Film- und Musikforschung im Zentrum, das ob der transkulturellen Produktionskontexte einerseits und der verwendeten (überwiegend) populärmusikalischen Inhalte andererseits gleich auf mehreren Ebenen erkenntnisgenerierend ist für eine transkulturelle und dezidiert interdisziplinäre Musikgeschichtsschreibung.

Methodisch kombiniert das Projekt elaborierte soziologische und kulturwissenschaftliche Ansätze und macht diese für die Musikwissenschaft zugänglich und nutzbar.

Projektleitung: Franziska Kollinger in Kooperation mit Nils Grosch.